Gassigehen mit Mehrwert

Sehr oft beobachtet man Menschen, die beim Spazierengehen ständig ihre Augen auf ihrem Smartphone haben, während am anderen Ende der Leine, der Hund mit seiner Nase permanent im Gebüsch steckt. Vielmehr sollte der Fokus aber darauf liegen, einen gemeinsamen Mehrwert aus dem Spaziergang herauszuholen. Indem man die Bindung stärkt und ein besseres, stressfreies Miteinander erlangt. Baut man zum Beispiel Trainingsinseln oder ein paar gezielte Übungen in seinen Spaziergang ein, so fördert dies auch gleich die Abrufbarkeit in reizstarken Situationen. Es würde sozusagen eine Win-Win Situation entstehen.

Was Trainingsinseln sind und was sie bewirken:
Trainingsinseln sind bestimme Orte, die im Spaziergang eingebaut werden. An diesen Orten werden Leckerlie-Spiele durchgeführt, ein „Leberwurstbaum“ zum Beispiel. Der Hund verknüpft dann diese Orte mit positiven Emotionen, was vor allem bei Angsthunden von Vorteil ist.

Wichtig dabei ist es aber natürlich auch, stressfrei zu agieren und die Sache mit viel Ruhe anzugehen. Wir wollen den Hund schließlich an den Trainingsinseln vom Stress befreien. Ein kleines bisschen positiver Stress wird sich zwar nicht gänzlich vermeiden lassen, ist jedoch gut zu dosieren.

Baue Alltagstraining ein
Zum Alltagstraining gehört zum Beispiel: Sitz (auch auf Entfernung), das Hinlegen, nahe bei dir gehen und ganz wichtig – der Rückruf.
Übe außerdem auch das Abbruchsignal, Fokus auf den Halter und Objekte tauschen. Letzteres benutze ich recht gerne als Antigiftköder-Training, was sehr gut funktioniert. Mein Hund Lorin brachte mir einen Fish-Mac den jemand weggeworfen hatte… umso öfter man solche Situationen trainiert, umso besser funktioniert es dann auch im realen Setting.

Sei mit dem Hund
Geh nicht einfach nur teilnahmslos neben deinem Hund her, entdecke die Welt gemeinsam mit ihm und freu dich mit ihm, wenn ihm etwas gefällt. Beobachtet gemeinsam eure Umwelt. Lobe ihn überschwänglich, wenn er zum Beispiel weit entfernt Wild sieht und er trotzdem bei dir bleibt, bevor der Reiz grösser wird. Merke dir, wo er oft schnuppert und zeige ihm die Stelle das nächste Mal erneut. Oder lass ihn ein Leckerlie im Gras suchen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Weitere Möglichkeiten
Man kann den Hund auch mehr fordern, indem man ihn über verschiedene Untergründe laufen lässt. Sogenanntes„Dummytraining“ ist auch eine sehr gute und artgerechte Beschäftigungsmöglichkeit, genauso wie „Verlorenensuche“.

Es gibt unzählige Möglichkeiten im Zusammenleben mit Hunden, Mehrwert zu schaffen. Wenn man nicht nur spazieren geht, Rücksicht auf die Bedürfnisse seines Hundes nimmt und diese befriedigt, entstehen dadurch im Alltag auch weniger Probleme.

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